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7.8.14

„Gegen Rassismus und rassistische Diskriminierung ankämpfen“

Une longue interview publiée sur le racisme et l'ethnocentrisme en Europe, sous format papier en mars 2014 par le magazine allemand Perspektif, et repris le 27 avril 2014 par la plateforme web Islam IQ.

Michael Privot ist Direktor des Europäischen Netzwerks Gegen Rassismus (ENAR). Wir sprachen mit ihm über den Kampf der Organisation gegen Ethnozentrismus, Rassismus und Diskiminierung in Europa.

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Der Kampf gegen Rassismus ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe Symbolbild: Eine junge Frau wollte mit Gesichtsschleier in den Unterricht © by AK Rockefeller auf Flickr (CC BY-SA 2.0), bearbeitet islamiQ

Das Europäische Netzwerk gegen Rassismus (ENAR) kämpft gegen Rassismus, Rassendiskriminierung, Xenophobie und damit verbundene Formen der Intoleranz. ENAR will mit seinem Netzwerk aus über 600 Nichtregierungsorganisationen  den Rassismus und die Diskriminierung in den EU-Mitgliedsstaaten bekämpfen.
Wir sprachen mit Michael Privot, Direktor von ENAR, über Ethnozentrismus und den Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung.

IslamiQ: Wir sollten zunächst die Begriffe klären, bevor wir über Ethnozentrismus sprechen: Was ist der Unterschied zwischen den Begriffen Ethnozentrismus, Xenophobie und Rassismus? In welchem Verhältnis stehen diese Begriffe zueinander?
Michael Privot: Ethnozentrismus ist, bewusst oder unbewusst, auf kulturelle oder ethnische Abweichung bezogen, wobei ein Individuum die Welt nur aus der Perspektive seiner oder ihrer eigenen Gruppe sieht. Alle anderen Gruppen werden auf ihre Gruppe hin bewertet, die als „das Ideal“ betrachtet wird.
Xenophobie bezieht sich auf die irrationale Antipathie oder Furcht vor Menschen aus anderen Ländern. Diese richtet sich oft gegen (als solche wahrgenommene) Immigranten und Nicht-Einheimische.
Rassismus ist ein politischer Terminus mit tiefen, historischen Wurzeln, die den unbegründeten Glauben widerspiegeln, dass bestimmte „Rassen“ gegenüber anderen biologisch minderwertig seien. Die wörtliche Bedeutung des Ausdrucks Rassismus korreliert – was keine Überraschung ist – typischerweise mit den historischen, repressiven Strukturen des Kolonialismus und der Negrophobie und dem Aphartheidssystem in Südafrika. Er wurde auch benutzt, um Sklaverei und die historisch beständige Ungleichheit zwischen Weiß und Schwarz zu rechtfertigen. Dies wurde beispielsweise in den Vereinigten Staaten offenkundig durch Praktiken wie Trennung und Inhaftierung vollzogen.
Die traditionelle Auffassung von Rassismus hat sich zu einer individuellen und kollektiven Einstellung entwickelt. Dieses Verhalten beinhaltet die Reduzierung des „Anderen“ auf das, was man als „minderwertige“ oder negative Identitätsmerkmale ansieht. Das können die Herkunft oder die Hautfarbe, „Kultur“, Glauben oder Identität sein. Es sind soziale Konstruktionen von „biologischen Rassen“, die gekennzeichnet sind durch essenzielle Merkmale, die angeblich soziale Hierarchien und Diskriminierung rechtfertigen. Rassismus ist demnach wesentlich verknüpft mit den Machtverhältnissen zwischen Mehrheiten und Minderheiten innerhalb einer jeden Gesellschaft.

Ebenso drückt sich Rassismus typischerweise durch individuelle Praktiken, wie durch institutionelle Strategien und Prozesse, aus, auch wenn diese von ehrlichen Individuen ausgeführt werden. Diese Praxis des Rassismus hat zur Folge, dass Menschen hauptsächlich wegen ihrer Hautfarbe oder kulturellen Identität benachteiligt und diskriminiert werden. Die Konsequenz daraus ist, dass sie mit schlechteren Berufsaussichten und größeren Hindernissen in den Bereichen Gesundheit, Unterkunft und Ausbildung konfrontiert sind.
Diese Begriffe sind natürlich sehr eng miteinander verknüpft. Ethnozentrismus kann in Vorurteilen münden, die zu struktureller Diskriminierung, Xenophobie und Rassismus führen.

IslamiQ: Ethnozentristisches Denken ist ein Begriff, der schwieriger einzuordnen ist, als Rassismus und Xenophobie. Wann wird aus ethnozentristischem Denken ein vergleichbarer/strafbarer Begriff?
Michael Privot: Wenn ethnozentristisches Denken zu irgendeiner Form von Diskriminierung oder rassistischer Rede oder Gewalt führt, kann es zu einen vergleichbaren beziehungsweise strafbaren Kontext werden. Dies gilt genauso für Rassismus und Xenophobie: Die Freiheit des Bewusstseins und des Denkens sind vielleicht die einzige absolute Freiheit, dem sich ein Mensch erfreuen kann. Demzufolge ist jemand darin frei, in rassistischer, xenophober oder ethnozentristischer Weise zu denken. Aber es ist verboten, in der Öffentlichkeit rassistische oder xenophobe Reden zu halten, ebenso wie es verboten ist, sich diskriminierende oder rassistische Verhaltensweisen, Aktionen und Gewalttaten zu erlauben.

IslamiQ: Können Sie uns unter Berücksichtigung der Berichte und Untersuchungen von ENAR, Informationen über die Dimensionen der ethnozentristischen Sichtweise in Europa geben?
Michael Privot: Ethnozentrismus, so wie er definiert wurde, wird auf „natürliche“ Weise von jedem Individuum geteilt. Es hat eine Art anthropologische Dimension: Gerade weil jeder in einem spezifischen Umfeld, einer bestimmten Gesellschaft aufgewachsen ist, tendiert man dazu, diese als Maßstab zu sehen, um alle anderen Kulturen und Systeme, denen man begegnen wird, zu bewerten. Diese Sichtweise wird dann zu einem Problem, wenn sie als absolute Referenz dient und eine einzig mögliche Norm gilt, wie das Gute, das Schöne, das Wahre oder das Gerechte, zu sein hat.
Wenn jemand in der Lage ist, seine eigenen Maßstäbe zu relativieren und andere kulturelle Identitäten und Gesellschaften nicht zu hierarchisieren und zu diskriminieren, so ist dies in allem hilfreich, um Rassismus und einer damit verbundenen Diskriminierung entgegenzuwirken. Als die meisten Mitgliedsstaaten der EU von der ökonomischen und finanziellen Krise getroffen wurden, haben viele Politiker sich daran begeben, gegen Immigranten und ethnische Minderheiten Stimmung zu machen. An dieser Stelle kann man genug Argumente dafür aufzeigen, dass diese Sündenbockpolitik auf ethnozentristische Ansichten unter den Entscheidungsträgern zurückzuführen ist. Außerdem wurde in den EU-Staaten der politische Diskurs über Migranten ethnische und religiöse Minderheiten zunehmend zu einem sicherheitsbasierten Diskurs, in dem Migranten und ethnische Minoritäten als ökonomische, sicherheitspolitische und kulturelle Bedrohungen der Gesellschaft aufgezeigt wurden.
Zum Beispiel in Griechenland gelobte die rechtsextreme Partei der Goldenen Morgenröte, „das Land vor einer beispiellosen Invasion zu beschützen und das Immigrationsproblem zu beenden, dass sogar ein größeres Problem ist, als die finanzielle Krise.“ Ruža Tomašić, ein Politiker des rechten Flügels in Kroatien und jetzt Mitglied im Europäischen Parlament, bekundete: „Kroatien ist für Kroaten, während alle anderen nur Gäste sind.“
Die darauf folgende sicherheitsbasierte Position gegenüber Migranten und Minoritäten in der Gesellschaft kann, teilweise, mit der aktuellen sozioökonomischen Situation in Europa in Zusammenhang gebracht werden. In einigen Staaten werden Migranten und Minderheiten gemeinhin von der allgemeinen Bevölkerung für Probleme im Zusammenhang mit der globalen ökonomischen Krise als Sündenböcke missbraucht. In solch einem Umfeld könnte die geschürte Angst als Rechtfertigung benutzt werden, um Migranten und Minoritäten auf dem Arbeitsmarkt zu diskriminieren. In Griechenland vermarktet die Supermarktkette Galaxis ihre Produkte damit, indem sie hervorhebt, dass sie von „griechischen Händen“ produziert wurden.
Die politischen Auswirkungen, die gewöhnlich von dieser Art der Argumente gezeichnet sind, sind die, dass die Immigration Gegenstand rigider Kontrollen und zahlreicher Grenzen sein muss. Eine andere populäre Lösung, um den Arbeitsmarkt zu schützen, ist es, nationalistische Maßnahmen einzuführen, indem bevorzugt Vereinbarungen mit einheimischen Arbeitern getroffen werden. Migranten, die in Europa leben und arbeiten wollen, sind folglich dazu gezwungen, aufzuzeigen, dass sie niemandem die Arbeit stehlen werden, oder dass sie sich auf die Sorte von Tätigkeit beschränken, die Einheimische nicht machen wollen.

IslamiQ: Welche Aktivitäten führt ENAR durch, um gegen Ethnozentrismus vorzugehen? Welche Erfolge wurden bisher erzielt?
Michael Privot: Da Ethnozentrismus mehr ein soziologischer Begriff ist als eine rechtliche Kategorie, liegt der Fokus der Aktivitäten von ENAR darin, gegen Rassismus und rassistische Diskriminierung per se anzukämpfen. Aber natürlich können diese Phänomene, wie oben erwähnt, sehr eng mit Ethnozentrismus in Beziehung gesetzt werden.
Unser übergreifendes Ziel ist es, ein positives und zeitgemäßes Verständnis zu entwickeln und zu fördern, das die Vorteile eines rassismusfreien Europa und die entscheidende Bedeutung von Gleichheit und Vielfalt für eine lebendige europäische Gesellschaft und Wirtschaft anerkennt.
Wir arbeiten daran einen Gegendiskurs zu den rassistischen und xenophoben Diskursen zu entwerfen, der die Falschheit des offenkundigen Rassismus aufdeckt, welcher sich hinter „vernünftigen“ Argumenten versteckt, wonach Vielfalt und Gleichheit „schlecht“ für Europa seien. Wir produzieren Daten, Audiostücke und alternative Sichtweisen auf die europäischen Gesellschaften, die „den Faktor des positiven Beitrags von Migranten und ethnischen Minoritäten“ jeder Art hervorheben. Wir hoffen, dass auf diesem Wege die „positive Seite“ der Geschichte dieses enormen und weiterhin stattfindenden Beitrags von Migranten und ethnischen und religiösen Minoritäten in Europa sich in den Meinungen der Leute, mittels Wiederholung, Demonstration, ebenso durch Appelle an die Vernunft und die konstruktiven Emotionen der Menschen, etabliert. Ein kürzlich durchgeführtes Projekt sollte die vielen Beiträge, die Migranten und Minoritäten für unsere Gesellschaft leisten mithilfe unserer Publikation Hidden Talents, Wasted talents(versteckte Talente, verschwendete Talente) aufzeigen.
Was jene Erfolge anbetrifft, können wir hier einige anführen. So die Tatsache, dass diese Publikation das Interesse vieler Politiker geweckt und die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen hat, sodass sogar einige europäische Beamte – einschließlich Kommissare – damit begonnen haben, die Geschichte des positiven Beitrags der Migranten zu übernehmen. Wir werden diese Publikationen ausbauen, indem wir Beispiele und Zeugnisse sammeln, um sie unserer positiven Geschichte hinzuzufügen.
Auf einer anderen Ebene trug der ENAR Shadow-Report 2012 dazu bei, die Diskussion auf das starke Erscheinen von Islamophobie in Europa zu verschieben. Höchste europäische politische Behörden und Personen wie Kommissar Reding, der für Grundrechte und Staatsangehörigkeit verantwortlich ist, begannen Islamophobie als ein zentrales Problem zu benennen.

IslamiQ: Was sind für Sie die Gründe für die ethnozentrische Sichtweise gegen beispielsweise türkisch- und arabischsprachige Muslime?
Michael Privot: In dieser Beziehung ist schon viel geschrieben worden. Wir können sagen, „der“ Muslim ist in gewisser Weise konstruiert als der „perfekte Andere“: Es gibt eine (wahrgenommene) andere Religion, (wahrgenommene) andere Werte, (wahrgenommene) andere Moral (oder gar keine Moral), oft eine andere Hautfarbe, eine andere Sprache, andere Kulturen und Geschichten und eine konkurrierende „universalistische“ Weltanschauung. Alle Register wurden gezogen, um Muslime fremd, gegensätzlich und als Menschen erscheinen zu lassen, zu denen es schwierig ist, eine Beziehung aufzubauen.
Im realen Leben verstehen die Leute, dass die Muslime, mit denen sie interagieren, wenig mit dieser archetypischen Sorte der Darstellungen zu tun haben. Trotzdem sind es die Medien, Konversationen bei der Arbeit oder am Esstisch, durch das sie all diese Informationen über Muslime und den Islam erhalten… Dies fördert die Islamophobie, die wir überall in Europa sehen, sogar an Orten, wo kein Muslim zu finden ist. Dies ist das für Europa spezifische Kernmerkmal der Identitätsbildung. Vielleicht kommen wir später auf diesen Punkt zurück.

IslamiQ: Denken Sie, dass die staatlichen Projekte gegen Ethnozentrismus in Europa ausreichend sind?
Michael Privot: Durchaus. Bedauerlicherweise mangelt es vielen politischen Akteuren des Mainstreams an Courage und Führungskraft, um mit den negativen Geschichten über Migranten und ethnische Minoritäten, die vom rechten Rand des politischen Spektrums generiert werden, die Gleichheit voranzutreiben und auf Konfrontationskurs zu gehen. Die Sündenbockpolitik gegenüber ethnischen und religiösen Minoritäten wird von vielen Politikern benutzt, um von den „wirklichen Problemen“ abzulenken und um den Mangel an Vision und Führungskraft, der von ihnen erwartet wird, um eine Verbesserung der europäischen Gesellschaften hervorzurufen, zu überspielen.
Heutzutage brauchen wir mehr denn je einen politisch starken Einsatz, um Rassismus aufzuhalten beziehungsweise zu verhindern und die Gleichbehandlung und den Schutz der Menschenrechte für alle in Europa zu gewährleisten. Politiker müssen führend aufzeigen und die Botschaft vermitteln, dass der gleichberechtigte Zugang zu Arbeitsplätzen, einer Unterkunft und die schulische Ausbildung entscheidend für die Bildung einer dynamischen, wohlhabenden und zusammenhaltenden Gesellschaft sind. Gleichsam sollten sie die Vorteile der Migration und die Vielfalt für Europäer, hinsichtlich der sozialen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Erfolge, aufzeigen. Zudem sollten sie die Bildung eines Bestands an „verschwendeten Talenten“ bei Migranten, ethnischen und religiösen Minderheiten in Europa verhindern.
Statt der Annahme, dass Sparmaßnahmen die Wiederbelebung der Wirtschaft unterdrücken, sollten europäische Regierungen Maßnahmen für das reale Wachstum aufstellen. Ebenso sollten sie massiv in die Sozialpolitik, in Gleichberechtigung und Gleichbehandlung investieren, dass ein wertvolles und gewaltiges Potenzial für ein geschicktes Wirtschaftswachstum sorgen kann, dass wiederum ermöglichen würde, die Finanz- und Wirtschaftskrise durchzustehen und sicherzustellen, dass niemand gesellschaftlich ausgegrenzt wird.

IslamiQ: Medien besitzen die Möglichkeit, die Wahrnehmung der Menschen des „Anderen“ zu beeinflussen. Was denken Sie über die Haltung der Medien in Europa zum Ethnozentrismus? Ist es möglichzu sagen, dasseine Art von Sensibilität in den europäischenMediengibt?
Michael Privot: Die Medien habensicherlicheinen entscheidenden Einfluss und eine große Wirkung auf die allgemeineWahrnehmungvon Migranten undethnischen/religiösenMinderheiten. Die Berichterstattung über ethnische Minderheiten ist laut allen Shadow-Reports grundsätzlich negativ und verzerrt. Es herrscht bei den Medien die Tendenz, Migranten und Asylbewerber für die hohe Arbeitslosigkeit und Kriminalität verantwortlich zu machen. Social-Media und Social-Networking sind zudem ein wachsenderRaum für die Verbreitung von ausländerfeindlichen, islamophoben und rassistischen Diskursen.
Weiterhin gibt es die Besorgnis über diefehlende beziehungsweise mangelnde Regulierungder traditionellen(Print- und Broadcast)als auch der sozialen Medien. Beispielsweise führen in Zypern die meisten Medien, trotzeines Kodexder Verhaltensregulierung der Medien, rassistische und fremdenfeindliche Meinungen weiter.Irlands Medien-Beschwerdekommission (Press Complaints Commission)und das Amt desPresse-Ombudsmanns haben festgestellt, dass sich 23,5 % der Beschwerden, die sie im Jahr 2011erhielten, auf Vorurteile bezogen (ein Anstieg von 9, 6%im Vergleich zum Jahr 2010).
Dennoch wurden durch die Zivilgesellschaft, Medienagenturen und Regierung verschiedene Aktionen durchgeführt, um eine bessere Berichterstattung zu fördern und die Beteiligung ethnischer Minderheiten in den Medien zu verbessern. Der österreichische Rundfunk hat wöchentlich lokale Nachrichten, die in Türkisch und Deutsch ausgestrahlt werden, eingerichtet. Auch die BVM-Medien haben eine österreichische Migranten-Presse-Agentur aufgebaut. Deutschland hat das Interkulturelle JournalistInnen Netzwerk des Journalistenverbands Berlin-Brandenburg ins Leben gerufen, das Journalisten aus verschiedenen kulturellen Hintergründen eine Plattform bietet, um über ihre Erfahrungen zu sprechen. Mit der britischen „Creativity Diversity Network“ ist ein Forum gegründet worden, um Best-Practice Beispiele zur Förderung der Vielfalt in den Medien zu zeigen. Die griechischen Medien haben einen Verhaltenskodex angenommen, wodurch der nationale Rundfunk- und Fernsehrat Sanktionen in Fällen, in denen rassistisches Material veröffentlicht wird, verhängen kann. In Slowenien haben acht der größten Internet-Medienportale eine Vereinbarung akzeptiert, um Hassreden zu regulieren.

IslamiQ: Wie könnten ethnische Minderheiten in Europa in aktuelle Aktivitäten für die Überwindung ethnozentrischen Denkens eingebunden werden?
Michael Privot: Eine besonders relevante Möglichkeit, wie Minderheiten einbezogen werden können, sind die anstehenden Europawahlen. EU-Bürger, die ethnischen und religiösen Minderheiten angehören, können eine Schlüsselrolle bei den nächsten Wahlen spielen oder zumindest den Erfolg der Parteien, die rassistische und fremdenfeindliche Ansichten und Politik vertreten, den Zugang zum Europäischen Parlament begrenzen. Diese Wahlen sind eine Chance zu wählen und zu gewährleisten, dass die Europäische Union weiterhin für die Menschenrechte und Gleichheit steht. Tatsächlich kann nur durch unser Engagement und mit den entsprechenden Kandidaten unser Anliegen gehört und unsere Interessen vertreten und damit unsere Rechte geschützt werden.

IslamiQ: Wie können ethnische und religiöse Minderheiten in Europa dem ethnozentrischen Paradigma entkommen, das sie zu „Anderen” macht? Was können Menschen machen, die aufgrund der ethnozentrischen Perspektive einer Diskriminierung ausgesetzt sind?
Michael Privot: Das Erste, was die Diskriminierungsopfer tun können, ist es, über diese Fälle zu berichten. Dies kann durch die nationale „Gleichstellungsstelle“, die Polizei oder mithilfe von NGOs geschehen, die Antidiskriminierungsarbeit leisten. Gleichstellungsstellen sind staatliche Stellen, die Opfern von Diskriminierung unabhängige Beratung, Unterstützung und Informationen bieten sollen. Allerdings sind nationale Gleichstellungsstellen aus verschiedenen Gründen nicht immer in der Lage, zu helfen, da ein begrenztes Mandat vorliegt, ein Mangel an Unabhängigkeit gegeben ist oder Ressourcen fehlen. Nichtregierungsorganisationen (NGOs) spielen deshalb auch eine Schlüsselrolle bei der Bereitstellung von Informationen sowie der Beratung und Betreuung oder Vermittlung von Hilfe.
In Bezug auf den ersten Teil Ihrer Frage glauben wir nicht, dass wir – einschließlich uns selbst – irgendjemanden vom ethnozentrischen Paradigma, das wir als anthropologischen Faktor sehen, „heilen“ können. Wir müssen daher auf verschiedenen Feldern agieren: Die Bildung der Vielfalt vom frühen Alter an, mit einem Fokus auf die Dekonstruktion ethnozentrischer Paradigmen; die Durchsetzung der Antidiskriminierungspolitik, um die Menschen auf alles, was in der Öffentlichkeit nicht gesagt oder getan werden kann, zu erinnern; die Stärkung der rechtlichen Verpflichtungen der Arbeitgeber, um ihre Belegschaft in Bezug auf verschiedene Ethnien, Kulturen und Dinge zu differenzieren…
Aber punktuelle Maßnahmen werden nicht genug sein: Der Rassismus und der damit verbundene Diskriminierungsaspekt müssen auf allen Ebenen angegangen werden. Wir zeigen europäischen, nationalen, regionalen und lokalen Entscheidungsträgern ganzheitliche Pläne auf, um die verschiedenen Formen der Diskriminierung gemeinsam anzugehen, da diese häufig miteinander verknüpft sind und die Auswirkungen auf das Leben der Menschen in verschiedenen, aber sich gegenseitig verstärkender Art und Weise zeigen. Dies erfordert ausgearbeitete Strategien sowie ausreichende Ressourcen: Tatsächlich sind in unseren Gesellschaften die Umverteilung von Macht und Reichtum mit den Antidiskriminierungsmaßnahmen sehr stark verbunden.

IslamiQ: Das Konzept „Europa“ basiert zur Gänze auf Europa und den „Anderen“. Entsteht insofern – zwischen Europa außereuropäischen Gruppen – nicht automatisch ein Ethnozentrismus oder ein „Othering“?
Michael Privot: In der Tat ist die Grundlage der europäischen Identität auf einer Mentalität des „Wir-gegen-andere“ gegründet. Dies liegt in der lange Geschichte Europas: Die europäischen Gesellschaften waren in der Regel schon immer mit Schwierigkeiten wie die Vielfalt und der sozialen Komplexität zu verwalten, konfrontiert. Juden, Katharer, Protestanten, Muslime, Basken, Roma … Immer wieder werden ethnische oder religiöse Minderheiten vor die Möglichkeit der Assimilation gestellt, und zwar nicht mittelfristig.
Der Umgang mit Vielfalt in Europa ist in einer Weise exklusivistisch, ganz anders als das, was in der Türkei oder in Indonesien, wo der Identitätsprozess eher ein integrativer Unterschied ist, sofern die Minderheiten ein paar „übergeordnete Prinzipien“ akzeptieren. In jedem Fall haben sich diese europäischen Gesellschaften diese Logik in den letzten Tausend Jahren angeeignet. Es wird sich nichts über Nacht ändern, aber in dieser Hinsicht sind die Veränderungen, die seit dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden haben, beeindruckend, auch wenn wir sehr weit von der idealen Gesellschaft leben.
Außerdem verlaufen solche massiven Gesellschafts- und Paradigmenwechsel nicht linear. Es wurden Fortschritte erzielt, aber wir sind von der „giftigen“ Vergangenheit nicht vollends befreit. Es ist ein Kampf für Minderheiten und Personen, für die eine Menge erreicht worden ist. Aber wenn wir ehrlich sind, werden die nächsten zwei, drei Generationen, die Ergebnisse unserer Arbeit, nicht sehen.
In dieser Arbeit steckt auch viel Schönes: Unser Kampf für die Gleichheit in der Vielfalt hat tiefe Wurzeln, die bis in die Renaissance, bis zu den französischen- und amerikanischen Revolutionen, bis zur Bürgerrechtsbewegung zurückgehen. Was wir tun, ist, nur einen neuen Ziegelstein an der Wand des „Hauses der Gleichheit“ anzubringen und gleichzeitig ein Schloss mit einem Schlüssel einzubauen, für diejenigen, die das Haus betreten möchten…


Disponible ici.

Les hommes politiques doivent combattre l’islamophobie ambiante

Tribune publiée dans le Nouvel Obs, le 28 juillet 2013, et co-signée avec M. Marwan Muhammad, à l'époque porte-parole du CCIF, et Mme Elsa Ray, qui vient de le remplacer dans ces fonctions.

Disponible ici.

La même tribune a été publiée en anglais sur le site EU Observer (disponible ici) sous le titre: "Anti-Muslim violence: a wakeup call for European Governments".

2.7.13

"Tintin Nyssen Chez les Musulmans"


Lettre ouverte d’un concitoyen verviétois de confession musulmane à M. Didier Nyssen,
Conseiller Communal PS,
Ancien Echevin de l’éducation,

Cher Monsieur Nyssen,

Je vous aime. Je vous adore. Votre récente lettre ouverte à vos
(c) SudPresse

 « concitoyens de confession musulmane » m’a profondément ému par sa justesse, par sa simplicité, par, oserais-je même, la rusticité de son argumentation.


On reconnaît aisément le pédagogue qui a passé le plus clair de sa vie à se dévouer à l’éducation de ses semblables.

Point de circonvolutions langagières, point de ce double langage prisé par les élites socialistes qui fait comprendre une chose à son électorat issu de la diversité tout en affirmant le contraire auprès de ses ouailles les plus vindicatives en matière de tolérance philosophique. Pas de fard, pas de faux-semblants.

Je salue votre courage – ou votre infinie arrogance ? – de donner à voir de manière aussi décomplexée et condescendante la claustration idéologique et intellectuelle dans laquelle s’est enfermée depuis trop longtemps la majorité de votre parti, vous empêchant de penser le monde d’aujourd’hui et d’en relever les défis.

Mon fils ayant réussi son CEB, je me suis rendu au grand théâtre pour assister à la remise solennelle de son diplôme, cérémonie dont vous étiez d’ailleurs l’un des acteurs. J’ai été particulièrement frappé – et heureux –  de constater à vue d’œil que les élèves issus de la diversité constituaient au moins la moitié – si ce n’est plus, faute de statistiques appropriées – de la promotion de cette année.

Le contraste n’en était que plus frappant de voir que, face à cette jeunesse diverse et bigarrée, sans complexe par rapport à sa propre diversité, ne se trouvait qu’un panel très « blanc » et post-quadra pour leur remettre leurs diplômes. Une image saisissante du contraste entre l’idéologie sous-jacente de cette laïcité particulière que vous revendiquez et la réalité de cette jeunesse déjà dans une autre représentation du monde. Un monde où les lignes de fracture ne sont pas entre qui porte le foulard, la kippa ou le patka et qui ne le porte pas, mais entre qui a accès au wifi et à un compte twitter ou pas, ou encore – vu la crise – qui peut partir en vacances au-delà des collines de Verviers ou pas.

En deux mots, vous avez raté le train de l’histoire en restant coincé dans un combat du siècle dernier pour la décléricalisation de la société. Si ce combat fut méritoire et utile pour créer un magnifique espace de liberté dont nous jouissons tous aujourd’hui, vouloir lui amalgamer la question des signes convictionnels au sein de nos société sécularisée est simplement anachronique et démontre une grande pauvreté d’analyse des dynamiques à l’œuvre dans nos sociétés depuis les années 70. Il est urgent de faire une mise à jour de votre logiciel de référence.

Ainsi, votre lettre regorge de perles mettant en valeur votre condescendance, votre paternalisme et votre satisfaction de soi. En voici quelques unes pour la route, où je vous cite en assortissant vos propos de quelques commentaires du cru :

a)    « Comme vous pouvez l’imaginer, il ne s’agissait pas pour nous de danser comme siffle le MR, mais bien de donner un signe fort des limites que nous imposent nos convictions laïques quant à la présence des phénomènes religieux dans la sphère publique. » 

Merci de reconnaître enfin que votre combat est purement idéologique et qu’il ne relève pas d’un état de nature de la société belge. En quelques mots, ce sont « vos convictions laïques » contre les convictions de vos concitoyens musulmans. Il s’agit bien là d’un rapport de force, rien de plus.
Je vous remercie au passage de faire main basse sur la revendication de « laïcité ». Peut-être vous apprendrais-je qu’il n’y a pas qu’une seule façon de comprendre la laïcité et qu’existent d’autres approches, tout aussi laïques que la vôtre, mais bien moins exclusivistes. Enfin, je souhaiterais vous informer que l’école ne fait pas partie, à proprement parler, de la « sphère publique » comme vous semblez le considérer. L’école est un espace public, nuance de taille, mais qui semble vous échapper.

b)    « L’histoire de l’Europe depuis la Révolution française, comme celle des mouvements progressistes, nous enseignent que la séparation des églises et de l’état reste le meilleur gage de la cohabitation pacifique entre les différents courants philosophiques qui partagent un même territoire. »
Comme vous y allez ! Quelle soupe ! Juste une petite piqûre de rappel à propos de l’histoire de l’Europe : il n’y pas de séparation de l’église et de l’état en Angleterre, au Danemark et en Suède pour ne citer que ces pays. A ma connaissance, ils ne sont pas à feu et à sang. Verviers n’est pas le centre du monde Mr Nyssen !
Si je vous rejoins tout à fait sur les bénéfices d’une séparation claire de l’église et de l’Etat, expliquez-moi cependant comment vous passez du principe d’une séparation de l’église et de l’Etat au fait d’exclure les signes « ostentatoires » de l’école. Les signes ne sont, ni ne représentent des églises et une salle de classe n’est pas l’Etat mais un espace public organisé par l’Etat. Enfin, on parle de séparation de l’église, en tant que structure de pouvoir et organisation sociale, et de l’Etat, et non de séparation de la religion et de l’Etat. Manifestement, votre longue carrière dans le noble effort de vulgarisation des connaissances vous a amené à confondre vulgarisation et simplisme.
c)    « Croire que les convictions religieuses peuvent être brandies comme autant d’étendards qui indiqueraient la manière d’organiser nos sociétés civiles constituerait une position archaïque, démentie par l’Histoire. Pour nous, Belges de toutes convictions, la séparation des pouvoirs et la neutralité de l’état sont des principes inscrits dans la Constitution. »
Quel souffle ! Mais de quoi parle-t-on ? D’une contre-révolution conservatrice en marche ? Calmez-vous Mr Nyssen, il ne s’agit que de quelques foulards ! Descendez de vos grands chevaux dignes du temps des colonies.
Jusqu’au jour d’aujourd’hui, en dehors de quelques pays européens, l’Histoire n’a nullement démenti le potentiel organisateur des convictions religieuses quand il s’agit de faire société. Les Etats-Unis en sont un brillant exemple dont vous feriez bien de prendre graine, au lieu de vous ériger en donneur de leçon en matière d’archaïsme ou de modernité. Quant à ce « nous, Belges de toutes convictions », vous y faites rentrer qui exactement ? Je me questionne encore comment une personne aussi sensible que vous à la nécessité du vivre ensemble, a pu se rabaisser à utiliser un langage aussi polarisant. Une véritable éloge au communautarisme de la majorité, au communautarisme blanc, essentialisant l’autre dans son statut d’Autre, d’étranger, du non-nous. Merci pour votre violence. Si les mots tuent, celui-ci, sous votre plume, vient de faire un sérieux carnage. Faut-il comprendre que les musulmans sont d’office « non-belges » ? Merci de nous « dés-intégrer » alors que nous faisons partie intégrante de la communauté nationale !
d)    « Remettre cela en cause en s’arc-boutant à un symbole favoriserait la montée des positions les plus dures dans des revendications antagonistes qui ne pourront de toute façon pas être satisfaites… Le bien vivre ensemble passe inévitablement par des concessions qui ne peuvent pas être à sens unique. »
Je reste pantois devant une cécité telle que la vôtre. Vous reprochez à certains musulmans de s’arc-bouter à un symbole. Si cela est incontestable, il n’en reste pas moins que vous vous arc-boutez pareillement sur le même symbole pour partir dans la direction opposée. Cet effet miroir est saisissant – et troublant. D’autant que vous concluez votre paragraphe sur la nécessité de concessions réciproques pour favoriser le vivre ensemble. Si je ne peux être plus d’accord avec vous sur ce point, ce dernier devient une supercherie dans votre lettre. Mais quelles concessions l’enseignement communal a-t-il fait Mr Nyssen en matière de diversité, sous votre propre houlette ou celle de vos prédécesseurs ? Aucune approche de la diversité dans les écoles communales alors que tant de choses seraient à faire avec les tous petits ; aucune reconnaissance des fêtes culturelles des communautés qui composent la mosaïque verviétoise, alors que certaines communautés d’origine non européenne sont présentes depuis plus d’un demi-siècle !!! Quasi aucun enseignant issu de la diversité au sein du personnel communal, alors que Verviers est une « minority-majority city » depuis bien longtemps ; aucune politique collective en matière de cantine adaptée, de la prononciation correcte des prénoms des enfants, de prise en compte des jours de fêtes religieuses des différentes communautés ; aucun cours de mise à niveau en français pour les jeunes étrangers qui débarquent dans nos classes… Et je pourrais encore continuer la liste longtemps ! Le sens unique, il existe bel et bien, Mr Nyssen, mais pas dans le sens de « votre » côté vers les communautés de la diversité, mais dans le sens inverse, alors que tous ces gens contribuent pareillement à la richesse de notre ville, travaillent, et payent des impôts. Que dire encore de cette initiative de visite des lieux de culte verviétois portée par vos enseignants que vous auriez apparemment sabordée ?
Osez donc détailler publiquement, au-delà de votre slogan à l’emporte-pièce, les actions « diversité » entreprises par la ville en matière d’enseignement qui justifieraient votre perception d’un « sens unique ».
e)    « A ceux-là, je demande que leur lecture du Coran mettent en avant le respect de tout être humain quelle que soit sa religion »
Outre votre saillie par laquelle vous rendez les musulmans responsables de la montée de l’islamophobie faute de suffisamment combattre les islamistes – un poncif de l’islamophobie de gauche – voici certainement la perle des perles de votre lettre ouverte. Là, je vous tire mon chapeau bien bas. Clore un cours magistral sur la séparation de l’église et de l’Etat comme valeur clé de la belgitude, en nous gratifiant, en tant que CONSEILLER COMMUNAL, de tuyaux sur la façon de lire et de comprendre le Coran, il fallait oser le faire. En bref, la séparation de l’église et de l’Etat n’est qu’un élément de langage auquel vous ne croyez pas une seconde, puisque vous n’hésitez pas vous-mêmes à faire intervenir la religion, voire pire, à intervenir dans la religion de vos concitoyens pour parvenir à vos fins politiques.
Ayez la décence de garder vos leçons pour vous, Mr Nyssen. Votre lettre ouverte s’inscrit dans cet interminable chant du cygne de cette gauche paternaliste et bêtement anticléricale au sein de laquelle vous semblez vous complaire. Au lieu de tirer les leçons de manière digne et informée de votre déconfiture électorale, vous persistez dans l’approche aigrie et revancharde qui vous a conduits où vous êtes aujourd’hui. Je ne peux que déplorer ce gâchis d’intelligence et d’expérience qui s’interdit de penser une gauche pluraliste, ouverte et inclusive qui sait faire Belgique de tout bois pour un meilleur avenir pour tous.
A l’heure où la ville de Gand, qui s’enorgueillit, elle, d’être une Ville active contre le racisme, choisit de mettre en pratique une approche progressiste et inclusive de la plus grande diversité, votre décision d’interdire les signes religieux dans l’espace public n’en paraît que plus myope, rabougrie et déconnectée du réel.
Oui, une autre gauche, confiante, créatrice et volontariste est possible. Manifestement, ce n’est pas celle de votre choix.
Si d’aventure, cette expérience vous amenait à délaisser la vie politique faute d’en saisir encore les enjeux, sachez que nous serions heureux de vous accueillir pour une carrière de moufti. Vous semblez avoir des prédispositions.

Sincèrement vôtre,
 Michael Privot
Post-scriptum : l’auteur de ces lignes s’oppose sans hésitation aucune au port du foulard pour les élèves de l’enseignement primaire. Il s’élève contre l’argumentaire de Mr Nyssen qui articule une interdiction généralisée des signes convictionnels dans la sphère publique – ce que nous ne pouvons accepter au nom des principes d’égalité et de non-discrimination. 

16.3.13

Di Rupo, Reynders et François Ier: à quand la fin de l’hypocrisie?


Comme je le faisais remarquer dans un précédent post, nous vivons une époque formidable. Chaque jour, des masques tombent, l’actualité dévoile les contradictions des puissant(e)s, les écarts de plus en plus faramineux entre leurs discours et leurs actes, ou encore le cumul de leurs impensés ou de leurs impensables.

Dernière en date: M. Le Premier Ministre Di Rupo (PS), M. Le Ministre des Affaires Etrangères Reynders (MR) et le M. le Ministre de la Défense De Crem (CD&V) vont être les bagages accompagnés du couple royal pour assister à l’intronisation du Pape François Ier à Rome ce mardi 19 mars 2013.

Et…. Rien! Pas de réactions audibles ni visibles du côté de la laïcité instituée. Rien non plus du côté de Mme Nadia Geerts (ni ici), pourtant vaillante combattante laïque et républicaine sur bien d’autres fronts… Suis-je le seul à être éveillé ? Pincez-moi !

Faut-il croire que la soirée d’intronisation sur la RTBF, et la Première en particulier, aurait anesthésié tout le monde ? Comprenons-nous bien: il est tout à fait normal qu’une radio de service public supposément neutre informe la population sur cet événement important pour le monde, certes, mais aussi pour la communauté catholique de notre pays. Mais de là à en faire un plat pareil (près de 2h d’émission non stop), qui plus est, mené de main de maître par M. Eddy Caekelberghs, premier Grand Maître adjoint du Grand Orient de Belgique, que l’on a déjà connu beaucoup plus incisif sur les questions de neutralité du service public, là c’était vraiment too much!!

Surtout si l’on compare cela au temps d’antenne réservé à l’élection des plus hauts représentants d’autres religions, comme celle, récente, du grand mufti d’al-Azhar, Shawki Ibrahim Abdel-Karim, une des figures les plus importantes de l’islam sunnite mondial, y compris en Belgique. A peine quelques minutes. Et encore, j’exagère.

Alors, la cerise sur la gâteau de ce monument de neutralité à 6 vitesses ou 6 poids 6 mesures que nous avons connu cette semaine, c’est bien la présence de Di Rupo – Reynders – De Crem à l’intronisation de François Ier.

Que le Roi et la Reine y assistent soit. Discutable, mais ce sont des aficionados. On peut encore admettre une division des rôles! Mais que le Premier et deux Vice-Premiers, élus du peuple, dans un Etat supposément neutre, assistent à une cérémonie religieuse (l’intronisation du Pape), c’est absolument inacceptable et en totale rupture avec l’exigence de neutralité de leur fonction. Espérons qu’ils ne s’agenouilleront pour baiser l’anneau papal !

A titre d’exemple inverse: combien de représentants officiels de l’Etat belge (et qui, précisément?), ont assisté à la cérémonie d’investiture de Mme Merkel, de M. Obama, de M. Hollande ou encore de M. Xi Jin Ping? Pourtant, notre balance commerciale avec chacun de ces pays excède certainement celle de la Belgique avec le Vatican. Et que l’on ne me sorte pas la rengaine voulant que le Pape est un chef d’Etat, blablabla et qu’il n’y aurait pas de rupture de la neutralité. Tout ça, c’est du pipeau pour éviter de regarder la réalité en face.

L’hypocrisie est d’autant plus forte à l’aune des discours incessants du PS et du MR en particulier – et surtout de M. Reynders, Hypocrite Ier – sur la neutralité de l’Etat, de l’école maternelle au plus haut niveau de l’Etat en passant par les conseils communaux et les parlements dès qu’il est question d’un bout de tissu.

Deux poids, deux mesures. Plus flagrant que ça tu meurs. Et pourtant, tout ronronne comme si de rien n’était. Oui vraiment, plus que de neutralité, il est question ici de catho-laïcité, voire de catho-neutralité (pour l’adaptation au contexte belge).

Laïcs de toutes convictions, réveillez-vous ! Ou c’est la même chose pour tout le monde, ou rien pour personne. Or ici, on constate encore une fois que tout est bon pour une conviction particulière, alors que les autres sont vouées aux gémonies. Mais de quelle neutralité parle-t-on en Belgique ?

5.2.13

Le quadra+ hétéro blanc: maître du monde


De temps en temps, l’actualité a le don de mettre à nu les présupposés implicites du discours majoritaire sur la diversité et de révéler l’ampleur de ses contradictions, trop souvent assumées avec un aplomb et une assurance de soi qui laissent sans voix les partisans d’un monde libre, pluriel et égalitaire.

Il y a quelques jours, le Bourgmestre d’Anvers Bart De Wever (NVA) a défrayé la chronique en annonçant qu’il veillerait scrupuleusement à la neutralité des services communaux. Désormais, les fonctionnaires communaux ne pourront afficher une quelconque appartenance à une religion, un parti politique ni encore au militantisme gay.

Tempête politico-méditatique de bon ton : Bart De Wever serait-il homophobe ? Comment ose-t-il mettre sur le même pied religion (choisie), convictions politiques (choisies) et orientation sexuelle (innée) ?

Le cadrage du débat selon ces termes révèle l’emprise des quadras (et plus âgés) hétéros blancs sur l’ensemble des questions de diversité. Je dis quadras, car les trentenaires pensent déjà le monde selon un paradigme différent, pour ne pas parler des générations suivantes auxquelles les quadras et autres quinquas au pouvoir essayent d’imposer leurs catégories mentales issues d’une autre époque !

En effet, l’identité d’un individu est un tout, composé de différentes facettes ou couches, qui interagissent en permanence entre elles mais aussi avec l’environnement extérieur, institutionnel, personnel, organisationnel, culturel…

Pour le dire autrement, nous mobilisons, composons ou recomposons constamment différentes facettes de notre identité dans nos interactions quotidiennes avec notre environnement. En famille, au travail, dans notre congrégation religieuse ou notre club de whist, nous ne mobilisons pas le même ensemble d’éléments de notre identité car nous devons nous faire connaître, être reconnus et appréciés de manières différentes par des publics différents. De même au sein de chacun de ces contextes, nous ne mobiliserons pas constamment le même ensemble de facettes, en fonction des personnes très concrètes avec lesquelles nous interagissons, en fonction du lieu, du moment de la journée…

Chacune de ces facettes nous constitue et ne peut être dissociée des autres, ni véritablement hiérarchisée. Toutes sont NOUS, toutes nous définissent.

En ce sens, des critères tels que l’inné (la couleur, l’orientation sexuelle) ou l’acquis (religion, conviction politique) pour hiérarchiser des constituants essentiels de l’identité sont purement factices et arbitraires et relèvent d’une profonde méconnaissance des dynamiques propres à l’identité et à la construction identitaire.

Pour ne rien dire non plus du fait que l’on peut aujourd’hui changer de sexe, de genre, d’orientation sexuelle, passer du statut de valide à celui d’handicapé (et vice-versa), de jeune à plus âgé, de couleur de peau, de morphologie, de poids… chaque élément constitutif de notre identité pouvant devenir autant « acquis » que la religion ou les convictions politiques.

Ignorer cela, c’est typique du quadra+ hétéro blanc en fonction duquel notre monde à été historiquement normé et qui n’a jamais eu à se demander quelle facette de son identité il allait devoir compromettre ou négocier pour avancer dans sa vie, avoir un job, un appartement ou des bonnes notes à l’école !

De là, ces débats ad nauseam sur le foulard et la visibilité de l’islam et autres convictions religieuses.

Nous avons ainsi assisté ces derniers jours à l’étalement au grand jour des contradictions ahurissantes dans le chef de celles et ceux qui s’étranglent à la proposition de Bart De Wever, mais soutiennent sans sourcilier, dans le même temps, l’interdiction faite à tout fonctionnaire de montrer le moindre signe d’affiliation religieuse ou politique.

En ce sens, même si je récuse tout à fait son approche, Bart De Wever a au moins le mérite de la cohérence. Un fonctionnaire neutre, véritablement neutre, ne doit pas montrer le moindre signe d’affiliation ou de différence par rapport à l’usager idéal, tel qu’il est représenté « en creux » dans le débat public – transparent (blanc), sans sexe, sans religion, sans âge, sans orientation sexuelle ni convictions politiques. Tout le contraire du vrai monde.

La position de De Wever et le débat qu’il a suscité montrent crument toute l’inanité du débat sur la neutralité de l’apparence des agents des services publics : poussé à l’extrême, cela requerrait que les fonctionnaires portent des masques, des vêtements amples et que leurs voix soient brouillées de telles sortes que l’on ne puisse distinguer leur genre, leur âge ou encore la couleur de leur peau. En vérité, le fonctionnaire idéal, pour ceux qui soutiennent le principe de la neutralité de son apparence, c’est une machine.

Car si on les prend au mot : le sexe, l’âge, le handicap, la validité, le phénotype… du fonctionnaire peuvent tous introduire des biais dans leur relation avec l’usager. Il conviendrait donc de les neutraliser également.

On se rend compte tout de suite de l’impasse de cette proposition – pourtant conséquence logique du principe de neutralité.

L’autre option serait de reconnaître – enfin – que tant les fonctionnaires que les usagers sont des êtres humains dans leur infinie diversité et que celle-ci doit pouvoir s’exprimer tant qu’elle ne viole pas pas les Droits de l’homme, tels que codifiés dans les différents instruments ratifiés par la Belgique.

Bien sûr, cela va à l’encontre de la conception fordiste dominante des services publics pour introduire le « sur mesure », l’humanisme et le respect de l’identité de chacun(e). Or c’est absolument faisable et il y a moyen de réduire les biais : il suffirait d’appliquer véritablement l’arsenal législatif dont nous disposons en matière d’anti-discrimination et d’égalité des chances et mettre en place des recours effectifs contre l’arbitraire mesquin de certains fonctionnaires.  Tout usager qui se sentirait discriminé ou mal traité par ces fonctionnaires aurait alors à sa disposition des moyens de recours rapides et efficaces.

Depuis des siècles, on répète que l’habit ne fait pas le moine. En dépit d’une sécularisation intense, ce proverbe n’a pas encore percé la morgue des services publics. Ce que veulent les citoyens, ce ne sont pas des fonctionnaires normés, transparents, prétendument neutres et interchangeables. Ils veulent des vrais gens qui répondent avec compétence, sympathie, bienveillance et amabilité à leurs besoins.

Il est politiquement plus facile, malheureusement, d’interdire un turban sikh, une cravate rouge ou T-shirt arc-en-ciel plutôt que de changer en profondeur la façon dont sont organisés les « services » publics. La neutralité n’est qu’un des cache-sexes de la résistance au changement et du maintien des privilèges de certain(e)s.

Michael Privot

27.3.11

Le paradoxe d’HEMA : exclure pour mieux intégrer ?

Une fois n’est pas coutume, le foulard est revenu à l’avant de la scène, non pas dans l’enseignement mais dans l’entreprise, avec la décision d’un magasin de la chaîne HEMA de rompre le contrat d’une employée portant le foulard, suite aux plaintes de quelques clients.

Par Michael Privot, Irène Kaufer, Farida Tahar et Stéphane Jonlet

pour Tayush*, groupe de réflexion pour un pluralisme actif

L’événement paraît anodin : une femme portant le foulard est priée de l’abandonner aux portes de son lieu de travail au risque de perdre son emploi. Elle refuse au nom du droit constitutionnel fondamental de tout individu de manifester ses convictions en privé comme en public, puis est licenciée au nom du « droit coutumier » du client-roi. Que faire ? De toute évidence, il faudrait appliquer le principe juridique le plus élevé en pareilles circonstances. Mais, vu que l’objet du litige est un foulard, le bon sens s’évanouit et l’employeur – un magasin de la chaîne HEMA – enfreint la loi en cédant devant les souhaits discriminatoires de ses clients.

Plus interpellante, l’attitude de Randstad, son employeur direct, qui n’infirme pas la décision alors que, par ailleurs, il s'enorgueillit d’appliquer un code sectoriel volontaire de bonne conduite en matière de lutte contre les discriminations. En clair, si un client demande à une agence Randstad de « filtrer » la main d’œuvre qu’elle lui envoie selon des critères non pertinents (genre, ethnicité…), celle-ci est tenue d’informer son client que cela est illégal et de tenter de le faire changer d’avis. Si le client s’obstine, l’agence se doit de refuser de traiter avec lui.

Cependant, ce code ne sert la plupart du temps qu’à décorer les murs des agences, comme Randstad nous le démontre brillamment. Bien que la discrimination sur base des convictions religieuses soit rigoureusement interdite par la loi depuis plus d’une décennie, un grand nombre d'entreprises font systématiquement primer leur intérêt économique sur l’éthique. Cela démontre une fois de plus que, pour progresser vers une réelle égalité des chances, on ne peut compter sur une hypothétique autorégulation des entreprises ; les autorités publiques doivent leur imposer des limites claires.

Plus alarmant encore, cette affaire ouvre une double brèche dans les fondations mêmes du droit à l’égalité de toutes et tous. La première, c’est que le débat sur le foulard envahit maintenant la sphère privée avec des conséquences potentiellement incalculables pour l'accès au marché du travail des personnes issues de minorités ethniques, culturelles ou religieuses. Au-delà de la légitimité ou non de la prise en compte de l’apparence d’un fonctionnaire dans l’exercice d’une fonction d’autorité, la fermeture de l’emploi privé que laisse augurer la récente décision d’HEMA et de Randstad s’annonce catastrophique. En effet, nombre d’individus compétents et motivés, de toutes convictions ou horizons culturels confondus, vont se retrouver marginalisés car ne rentrant pas dans les standards étriqués d’un marché de l’emploi essentiellement blanc-bleu-belge.

Ce n’est pas en écartant du marché de l’emploi, pour des raisons non liées à leurs compétences, des segments importants de la population active que la Belgique parviendra à réaliser l’objectif européen pour 2020 de faire bénéficier d’un travail 75% de sa population active. Pire, l'exclusion de nombreux travailleurs qualifiés issus de minorités ethno-culturelles risque de gâcher pour longtemps leurs aspirations à contribuer au bien-être global de la société.

La seconde, c’est que si l’interdiction préventive du port du foulard par peur de remarques négatives de la part de clients ne date pas d’hier, elle ne fut jamais officialisée comme motif de rupture d’un contrat. Cet aplatissement sans précédent devant les désirs du client-roi est particulièrement interpellant ! Où va-t-on placer la limite ? Si, en suivant cette logique, un client fait des remarques sur un employé noir ou arabe, ou encore gay, de sexe féminin ou ayant un handicap visible… Absurde ! Vraiment ? Ayons conscience de ce qu’implique dans l’organisation sociale le regard intolérant des autres. Comment oser aujourd’hui renvoyer à la face des minorités leur manque d’intégration quand on leur ferme les portes de l’émancipation par le travail les unes après les autres ? C’est d’autant plus absurde que cette nouvelle offensive contre le foulard ne touche évidemment que les femmes, au nom d’une « émancipation » qu’on bloque en les privant de l’accès à l’emploi, donc à l’indépendance économique et la possibilité de faire librement leurs choix de vie !

La question est grave, car elle interroge en profondeur le modèle de société que nous essayons de bâtir ensemble. Et nous ne voulons pas d’une société qui manque de souffle, de vision, de courage et se racrapote sur elle-même. Se priver des ressources de la diversité, c’est se condamner au délitement à plus ou moins brève échéance. Les sociétés les plus dynamiques ont toujours été celles qui ont réuni leur diversité autour d’un projet commun et non celles qui ont extirpé de leur sein la différence.

*Tayush est un groupe de réflexion qui réunit des femmes et des hommes provenant ou non de l’immigration et relevant de traditions et de convictions philosophiques diverses, qui partagent le même projet d’une démocratie inclusive, ouverte à la diversité culturelle et religieuse. (Adresse de contact : groupe.tayush@gmail.com)

2.4.10

Arabie Saoudite, Iran : "Belgique, bienvenue au club !"


Autant être clair dès le début : je m'oppose formellement au port de tout type de voile facial, niqâb, lithâm et autre burqa ou tchadrî.


Selon moi, le port de ces vêtements coutumiers - originaux ou réinterprétés - que certains essaient de mettre sur le dos de l'islam repose sur des interprétations biaisées (pour ne pas dire un viol sémantique) du Texte coranique et de la geste prophétique, sont en déconnexion complète avec la culture et la tradition européenne, et trouvent leurs sources dans des contextes culturels, politiques et socio-anthropologiques à des années lumières de notre réalité. Ces éléments les excluent sans équivoque du champ des possibles comportementaux et vestimentaires musulmans européens.


Ceci posé, la décision unanime de la Commission de l'Intérieur de la Chambre des Représentants de Belgique visant à interdire de manière absolue toute fréquentation de l'espace public le visage partiellement ou totalement masqué fera du 31 mars 2010 un jour noir dans l'histoire des démocraties libérales.


Et quand je dis "de manière absolue", c'est tout relatif : les exemptions sont déjà prévues pour certaines professions, mais aussi pour certaines manifestations culturelles : que les musulmanes en niqâb se rassurent, elles pourront le porter sans crainte pendant le carnaval ! Nos bonnes vielles valeurs et traditions culturelles sont sauves - tout le monde aura bien compris qui est visé(e) à travers cette loi d'interdiction générale !


Pourquoi un jour noir pour les démocraties libérales ?


Tout d'abord, pour la façon dont cette décision a été prise.


A) Aucun débat politique serein préalable sur le fond, mais un unanimisme blanc, majoritaire, crispé sur sa définition étroite de ce qu'est le vivre-ensemble - même Ecolo n'ose plus assumer des positions progressistes, c'est dire si le niveau zéro du débat politique est atteint !


B) Aucun débat sur la question qui aurait impliqué les premières concernées : les quelques dizaines de femmes en Belgique portant le niqâb. Quelles sont leurs motivations, leurs projets, leurs envies, leurs idéaux, ce qui les amène à se retrancher partiellement de la société, à poser ces choix difficilement compréhensibles de l'extérieur ? En vérité, le monde politique s'en fiche comme de sa première chemise, ce ne serait de toute manière qu'une bande d'écervelées, manipulées, soumises, violentées, cloîtrées… à sauver envers et contre tout, surtout leur plein gré…


C) On vient d'assister à un court-circuitage de 1ère classe de la seule enceinte plus ou moins légitime où un tel débat aurait dû prendre place : les Assises de l'Interculturalité. Censées rendre leurs conclusions en juin, elles viennent de prendre un sérieux coup dans l'aile, d'autant que le second parti à pousser pour une mesure législative de cette ampleur est le Cdh. Le parti de la Vice-Première Ministre à l'origine même de ces Assises. Dissensions internes, calculs politiciens sur plusieurs tableaux ? Quoiqu'il en soit tant la légitimité des Assises que celle de Mme Milquet sortent écornées de cette péripétie.


Ensuite pour les motivations sous-tendant cette décision ainsi que pour la décision en elle-même.


A) L'argument de la libération des femmes a rapidement fait long feu. S'il peut être pertinent dans d'autres contextes culturels (genre Afghânistân), les informations parcellaires dont nous disposons aujourd'hui montrent qu'une partie considérable des femmes portant le niqâb sont belges de 2ème génération ou converties à l'islam - s'inscrivant dans une démarche de "born again", de recherche obsessionnelle de pureté et de salut individuel. Que l'on soit en désaccord ou pas avec leurs motivations, il s'agit principalement d'un voilage consenti - Dieu Seul étant à même de connaître et d'apprécier le degré de liberté individuelle à la source de ce consentement. En tant qu'êtres humains sans accès privilégié aux profondeurs des âmes, nous sommes condamnés à n'en connaître que ce que les premières concernées nous en disent.


Dès lors, tenter de libérer contre leur gré des gens qui choisissent de s'isoler ou de vivre en retrait de la société - que cela nous plaise ou non - est une aberration et l'aporie sur laquelle se fracasse inévitablement l'argument de la libération de la femme "en niqâb". Enfin, aucun preux chevalier de la libération de cette dernière n'a fourni d'argument consistant quant à la gestion des conséquences négatives d'une telle interdiction. Si cette personne est véritablement contrainte de porter ce type de vêtement qui constitue ainsi son seul viatique pour rencontrer le monde extérieur, cela ne fera que renforcer son isolement, sans plus de possibilité de contacter des intervenants extérieurs. De quelle libération parle-t-on ? S'il s'agit d'une personne le portant par choix personnel, il est alors question d'un déni pur et simple de son droit de manifester sa religion en privé comme en public, tel qu'il est garanti par la Convention Européenne des Droits de l'Homme qui ne pose comme restriction à ce droit que les menaces à l'ordre, à la sécurité et à la santé publique.


B) Mais là où le délire atteint son comble, c'est lorsque les braves parlementaires à l'origine de cette proposition de loi n'hésitent même plus à écarter d'un revers de la main la seule justification recevable à une telle interdiction: l'argument de la sécurité. Terminé ! Selon leurs interviews, ce qui justifie cette démarche, c'est la nécessité de préserver le vivre-ensemble ! Et c'est là que le concept même de démocratie libérale est vidé de sa substance !


En effet, la préservation du vivre-ensemble n'est reprise dans aucun texte fondateur de nos sociétés comme une base juridique recevable pour restreindre de quelque manière que ce soit la liberté individuelle. Au contraire, celle-ci doit primer et ne doit être limitée que de la façon la plus légère possible pour justement permettre le développement d'un convivium offrant les plus grandes possibilités d'épanouissement individuel et collectif à tout un chacun.


Dans leur volonté crispée de défendre un vivre-ensemble fondé sur un communautarisme majoritaire qui s'ignore, nos parlementaires ont franchi la ligne jaune qui fait passer toute société du statut de démocratie libérale à celui de totalitarisme majoritaire, rejoignant l'Iran et l'Arabie Saoudite dans le club sélect mais peu enviable des rares pays qui prescrivent une norme vestimentaire dans l'espace public et interdisent tout ce qui va à son encontre. Au point de criminaliser les opposants comme c'est le cas aujourd'hui puisque les modifications prévues au code pénal prévoient amendes et peines d'emprisonnement !


Mais les similitudes de s'arrêtent pas là : il y a une cohérence profonde entre les démarches de ces trois pays. En effet, à chaque fois, la préservation de la dignité - voire de la liberté - de la femme est invoquée pour justifier l'injustifiable : la restriction des libertés individuelles de certaines de nos concitoyennes. A chaque fois, c'est un groupe majoritaire qui profite de son poids électoral pour imposer sa loi à une minorité (or toute la philosophie des Droits de l'Homme est précisément de prévenir ce type de dérive). A chaque fois, ce sont des mâles dominants qui montent au créneau pour défendre la dignité, l'honneur et la liberté des femmes et leur imposer ce qui est bon pour elles, ayant recours au besoin à quelques supplétives trop heureuses de pouvoir exister en aboyant avec la meute et en apportant leur caution de femmes, voire de féministes engagées, à cette violence symbolique inouïe commise à l'encontre d'autres femmes professant des opinions différentes.


Un véritable jour noir pour la démocratie et pour la cause des femmes, de toutes les femmes…


Car ne nous trompons pas de cible, ni d'analyse. Ce n'est pas à la promotion du progressisme que nous assistons aujourd'hui, mais au retour d'un ordre moral, blanc, quadragénaire, profondément machiste et inégalitaire, fruit d'une alliance étonnante entre une vieille droite catholique nostalgique, des néo-réacs laïcards de tous poils, des identitaristes désabusés ou qui s'ignorent... le tout sur fond de la perception d'une Europe veille fille ramollie en plein doute existentiel, se préparant à se faire trousser à corps défendant par les virils bataillons islamistes de la célèbre 5ème colonne.


En effet, lorsque l'on entend l'assistante de M. Ducarme justifier sur la BBC cette proposition de loi, arguments coraniques à l'appui, cela fait froid dans le dos, car le politique n'hésite plus à franchir allègrement sa "sacro-sainte" séparation du religieux, prétendant apprendre aux musulmans de Belgique quelle est la bonne interprétation de leur religion et de leur Texte fondateur.


Quand la majorité, à force de loi, prétend ainsi imposer unilatéralement à une minorité sa conception du convivium, sa façon de se vêtir, sa façon de comprendre et de pratiquer sa propre religion, on a tourné la page de la démocratie et l'on s'enfonce dans de sombres perspectives d'avenir. Car à cette aune, on viendra bientôt interdire les gay prides (c'est déjà le cas à Vilnius) ou aux gays et lesbiennes d'être démonstratifs dans l'espace public, puis aux jeunes de s'habiller de telle façon, d'être trop bruyants… Quand une société est prête à une telle remise en cause des droits fondamentaux de certains de ses membres, il n'y a plus de limite au retour de l'ordre moral et du totalitarisme.


Certes, M. Ducarme, entre autres, y est allé de ses rodomontades habituelles, envoyant un signal fort aux islamistes ! Oui da ! Ils tremblent tous dans leurs chaumières devant un tel courage et une telle détermination à défendre la démocratie ! La Sûreté rapporterait même qu'ils seraient en train d'affréter des cars pour un exode massif vers ces lointains pays barbares où l'on ne respecte pas les femmes…


Mais non, je plaisante ! En vérité, tant qu'à être cynique jusqu'à la dernière ligne, si l'on partageait une seconde le délire islamisto-conspirationiste de MM. Ducarme et consort, mais… pourquoi ces islamistes suppôts du nostalgisme califal quitteraient-ils la Belgique ? En effet, à l'aune de mon analyse, ils ont gagné hier, grâce aux soutien béat des petits soldats d'un conformisme majoritaire passéiste et abject, une bataille décisive : grâce à cet étron totalitaire déposé en Commission de l'Intérieur, la Belgique a tourné le dos à une longue tradition de libéralisme éclairé et pragmatique, pour s'engager, à l'unanimité aveugle de ses représentants, sur la voie du renoncement à l'édifice inestimable des droits de l'homme, sur la voie du déni, voire de l'oppression de la différence, de la divergence et de la diversité.


Que ces islamistes fassent preuve de patience et dans quelques années, ils viendront cueillir le fruit d'une Belgique au pas, toute disposée à passer du statut de république des imbéciles à celui de république islamique.


Comme quoi, l'ignorance des uns est toujours l'alliée objective des plus radicaux.


Si au moins, ils avaient voté ce texte ce premier avril, on aurait pu en rire.



Michael Privot



Addendum :

Ne voulant pas laisser accroire que je serais partisan d’un multiculturalisme « version bisounours », je précise encore que ce qui me choque ce n’est pas tant l’objectif que la méthode utilisée. Le port du voile intégral est l’expression, selon moi, sous couvert d’une excessivité normative, d’une volonté de retrait de la communauté majoritaire pour toute sorte de raisons variant autour d’un profond mal-être ou malaise social. Quand quelqu’un est convaincu que sa propre société ne veut pas de lui, le rejette, le marginalise, il ne faut pas s’étonner qu’il souhaite faire un pas de côté sans s’en retirer complètement non plus – marquer sa différence « je suis contre, mais encore avec ». Dès lors, au lieu d’adresser les causes multiples et complexes pouvant mener à ce type de comportement (dont bien sûr mais pas uniquement discriminations, exclusion, faillite scolaire, manque de connaissance religieuse, diffusion d’une idéologie de rupture…), les parlementaires choisissent l’option facile et très rentable politiquement à court terme d'imposer par la loi un convivium particulier (ils réaffirment de manière cathartique « leurs valeurs » et leur cohésion de groupe en engrangeant un maximum de bénéfice politique en termes d’image à un coût insignifiant en matière d’électeurs). Or, le vivre-ensemble, cela se construit ensemble, précisément, pas à coup de trique.


Dès lors, ils s’aliènent plus encore la communauté musulmane dans son ensemble qui, bien que ne soutenant pas le port du voile facial de manière ultra-majoritaire, ressent que cette proposition de loi la vise en particulier. Qu’on le veuille ou non, la communauté musulmane est le partenaire indispensable à toute élaboration d’un vivre-ensemble inclusif et la mieux à même de faire évoluer positivement les mentalités en son propre sein. Se l’aliéner est au mieux une erreur stratégique, au pire une volonté délibérée de nourrir et de faire s’auto-réaliser le clash des communautés.

#2 : Claquer la bise, serrer la main - quand mon paradis dépend de la façon dont je te dis bonjour

Cette pratique, peu connue il y a encore une trentaine d’années au sein des communautés musulmanes, s’est répandue dans les milieux conserva...